Archiv für den Monat: Juli 2018

Grußwort aus Malta zum Day Orange

Video: Grußwort aus Malta zum OrangeDay (Bild klicken zum Abspielen)

„Hallo Seebrücke!

Wir sind die aktuellen Crews der Seawatch 3, der Seefuchs, der Moonbird, und der Lifeline. Vor einem Jahr wurde die Juventa in Italien beschlagnahmt, heute werden wir in Malta blockiert.

Die Vorwürfe mögen sich unterscheiden, doch sie sind alle gleichermaßen an den Haaren herbeigezogen und haben alle den gleiche Effekt. Die EU hält vier Schiffe und ein Suchflugzeug fest, während in und vor Libyen Menschen sterben. Das ist mehr als Wegschauen. Das ist mehr als unterlassene Hilfeleistung. Das ist kaltes gezieltes Sterbenlassen.

Die Staaten bringen immense Energien auf, um auf Kosten von Menschenleben die Grenzen abzudichten, und alle fernzuhalten, die dem im Weg stehen, anstatt Lösungen zu erarbeiten, und die Art und Weise zu ändern, wie Migration betrachtet und organisiert wird. Migration ist nichts, das man stoppen oder illegalisieren kann. Das einzige was man erreicht, wenn man’s versucht, ist Tod und Elend, wie wir jeden Tag auf dem Mittelmeer sehen können.

Durchschnittlich sind jeden Tag mindestens neun Menschen ertrunken, seit wir und unsere Schiffe in Malta am Auslaufen gehindert werden; und möglicherweise viele mehr, von denen niemand weiß, weil niemand da war, um zu berichten.

Danke an euch alle, dass ihr euch gegen diese unfassbare Ungerechtigkeit und die politische Hetze einsetzt.

Danke, dass ihr Horst die Heimat heiß macht.

Danke, dass ihr die Menschen auf den Booten nicht im Stich lasst.

Danke, dass ihr hinter uns, neben uns, und vor uns steht.

Wir sind nur euer verlängerter Arm – ihr seid die Seebrücke!“

Ausgehetzt – Danke!

#ausgehetzt

Wir waren viele!

Die Zahl der Demonstrierenden wird zwischen 25.000 und 60.000 Leuten angegeben, und wir möchten uns bei euch allen bedanken, dass ihr da gewesen seid! Der breite und bunte Protest hat uns viel Mut gemacht und wir werden unsere Köpfe zusammenstecken und uns überlegen, wie die Seebrücke München weiteren Protest quasi übergangslos mitgestalten kann.

Ankündigungen findet Ihr dann hier, auf Twitter, Facebook und Instagram.

Wenn Ihr bei der Planung weiterer Aktionen mitmachen wollt, könnt Ihr unter muenchen@seebruecke.org oder über die obigen Kanäle mit uns Kontakt aufnehmen.

Demo am 22. Juli 2018 in München

Sonntag, 22.07.2018 // 12:30 Uhr Sendlinger Tor // 13:00 Uhr Goetheplatz

Wir wehren uns gegen die verantwortungslose Politik der Spaltung von Seehofer, Söder, Dobrindt und Co. Wir setzen ein Zeichen gegen den massiven Rechtsruck in der Gesellschaft, den Überwachungsstaat, die Einschränkung unserer Freiheit und Angriffe auf die Menschenrechte.

Jetzt kommen wir! Unsere Vielfalt verbindet und macht uns stark!

Bekennt Farbe!

Wenn möglich, zeigt die Farbe orange überall als Zeichen der grenzenlosen Solidarität mit Geflüchteten und der Seenotrettung. Tragt ein orangefarbenes Tuch – als Halstuch, am Rucksack, orangene Fahnen, Schilder …

Zum Facebook-Event geht es hier.

Kontakt: muenchen@seebruecke.org

Grußwort aus Malta

Video: Grußwort der Crews aus Malta (Bild klicken zum Abspielen)

„Hallo Ihr wunderbaren Menschen, wir grüßen euch aus Malta!

Seit mehreren Wochen hängen wir nun schon mit unseren Rettungsschiffen im Hafen von Valetta fest und müssen ansehen wie hunderte wertvolle Menschen im zentralen Mittelmeer an den Grenzen Europas sterben gelassen werden.

Wir alle sind hierher gekommen um zu helfen. Wir sind bereit, jedes menschliche Leben auf See zu retten und bedingungslos für die Wahrung der Menschenrechte auf dem Mittelmeer einzustehen. Doch die europäische Politik verhindert unsere Rettungseinsätze und zwingt uns bei dieser humanitären Katastrophe tatenlos zuzusehen! Seit wir hier festsitzen vergeht kein Tag, keine Stunde, ohne dass wir daran denken, wieviele Menschen gerade völlig allein und ohne Aussicht auf Rettung ertrinken müssen. Es gibt keine Worte für das, was jede Einzelne von uns dabei fühlt. Wir sind fassungslos, dass wir dagegen protestieren müssen, Menschen einfach ertrinken zu lassen. Doch gleichzeitig geben wir die Hoffnung nicht auf! Und der Grund dafür seid Ihr! Denn Ihr seht nicht weg, Ihr seid auf der Straße, um das einzufordern, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Das Retten von Menschen in Not!

Ohne Euch könnten wir nicht weitermachen, denn Ihr tragt unsere Botschaft weiter und transportiert Bilder vom Sterben im Mittelmeer in die Städte, Parlamente und Wohnzimmer, um den nötigen politischen Druck aufzubauen, damit sich diese unsägliche Situation, in der wir uns befinden, in der ganz Europa sich befindet, bald ändern kann.

Wir danken euch, dass Ihr in dieser Zeit an unserer Seite steht und dass Ihr Euch solidarisiert mit der Seenotrettung. Macht weiter so, hört nicht auf damit, egal wie lange wir noch brauchen, bis unsere Stimme für die Entscheidungsträger*innen unüberhörbar wird. Und wir versprechen euch, dass auch wir weitermachen werden, egal wieviele Steine sie uns noch in den Weg legen werden.

Seid laut! Bleibt stark! Gemeinsam schaffen wir sichere Häfen in Europa. Und gemeinsam werden wir auch wieder aus diesem Hafen ausfahren.

Open the ports!“